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IG Rote Fabrik

Übersicht

Als grösster Verein auf dem Areal beschäftigt sich die IG Rote Fabrik (kurz IGRF) hauptsächlich mit der Schaffung eines diversen und zugänglichen Veranstaltungsangebots in verschiedenen Sparten. Auf den drei Bühnen Aktionshalle, Clubraum und Fabriktheater finden jährlich an die 300 Konzerte, Filmvorführungen, Theatervorstellungen, Partys, Konzeptveranstaltungen zu gesellschafts- und kulturpolitischen Themen sowie spartenübergreifende Festivals statt. Im Sommer wird ausserdem der Aussenraum rege belebt. Es finden Open Air- Veranstaltungen wie das Film am See und Konzerte auf der Sommerbühne statt. Ebenso sind Benefiz- und Solidaritätsveranstaltungen Teil des Programms.

Die IGRF organisiert diese Veranstaltungen meist in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, Gruppen oder kulturinteressierte Menschen, was zur Vielfalt des Programms beiträgt. So entstehen aus diesen Kooperationen beispielsweise die Lethargy, das lila. queer festival, das Summercamp oder eine Zusammenarbeit mit dem Zürcher Theaterspektakel.

Des Weiteren stellt die IGRF für die Kunstproduktion Theater- und Musikproberäume sowie Ateliers gegen wenig Miete zur Verfügung.

Die IGRF hat ihren Ursprung in den Kämpfen um Freiraum für alternative Kunst und Kultur im Zürich der Achtzigerjahre. Seit jeher setzt sie sich gegen Diskriminierung jeglicher Art ein. Kultur in der Roten Fabrik soll zugänglich sein, partizipativ, sie soll viele einschliessen, Verschiedenes aufzeigen, Unterschiede aushalten, sie thematisieren und verhandeln, Kultur hier soll am Puls der Zeit sein.


Laufende Transformationsprozesse

Seit 2023 bestreitet die IGRF einen strukturellen und kulturellen Transformationsprozess, der sich intensiv mit der Schaffung von diversitätsorientierten, machtsensiblen und diskriminierungsarmen Prozessen im Rahmen ihrer Tätigkeit auseinandersetzt.

Dazu gehören zwei parallel ablaufende Prozesse:

Organisationsstruktureller Wandel hin zu einer agilen Kreisorganisation
Die IGRF birgt nach mehr als vierzig Jahren Tätigkeit ein grosses Vermächtnis aber auch einige Altlasten. Und so entstand der Wunsch, aus diesen teils starren alten Strukturen auszubrechen und die Gestaltung der Organisationsstruktur bewusst in die Hand zu nehmen.

In Zusammenarbeit mit externen Berater:innen erarbeitete die IGRF eine kollegial geführte agile Kreisorganisation, die auf kompetenzbezogenen Entscheidungsverhältnissen und dezentral organisierten Kreisstrukturen basiert (mehr dazu unter «Organigramm»).

Die Implementierung erforderte die Re-Organisation der Aufgabenverteilung und das Schaffen klarer Zuständigkeitsverhältnisse sowie das Verschriftlichen dieser Verhältnisse. Dieser Prozess ist mittlerweile weit fortgeschritten und spielt sich immer mehr ein. Aktuell beschäftigt vor allen Dingen die Verknüpfung dieser Struktur mit dem diversitätsorientierten Entwicklungsprozess.

Diversitätsorientierter Entwicklungsprozess
Um ein Mehrspartenkulturhaus mit einem vielfältigen und zugänglichen Angebot für Viele zu betreiben, muss die IGRF auch als Betrieb diversitätsorientiert handeln. Das bedeutet, nicht nur ein möglichst vielfältiges Programm zu bieten, sondern Strukturen zu schaffen, die den Betrieb und die Veranstaltungen auch tatsächlich zugänglich machen: Mitarbeitende Kooperationsparter:innen Künstler:innen und Besucher:innen vor Diskriminierung schützen und ihnen als Ally beistehen und Barrieren abbauen.

Auch auf Organisationsseite gibt es dafür Handlungsbedarf: Wir möchten die Reproduktion von strukturellen Diskriminierungsformen durchbrechen, machtsensible Strukturen schaffen und so allen Gehör und Mitspracherecht ermöglichen.

Seit 2023 arbeitet die IGRF deshalb mit Hilfe von externen Expert:innen an diesen Prozessen, welche sich auf allen Ebenen des Betriebs abspielen:

Dieser Transformationsprozess fordert viel Aufmerksamkeit und ist eine stetige Weiterentwicklung. Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinmöchten und beanspruchen nicht, ein diskriminierungsfreier Ort zu sein. Vielmehr verpflichten wir uns, im Rahmen dieses Transformationsprozesses, uns kontinuierlich gegen Diskriminierung einzusetzen, zu lernen und uns zu reflektieren.

Wir glauben fest daran, dass diese Arbeit zu einem nachhaltig zugänglichen Ort für Viele beiträgt, der auf Strömungen seiner Umwelt reagieren kann und dabei immer Viele miteinbeziehen kann.

Die Finanzkrise 2023, welche massive Kürzungen und einen strengen mehrjährigen Sanierungsplan zur Folge hatte, erschwert und verlangsamt unsere Transformationsprozesse.


Organisation

Die IGRF ist seit 1980 als Verein organisiert und besteht aktuell aus über 300 Mitgliedern. Die Mitgliederversammlung stellt dabei das höchste Gremium dar. Sie findet mindestens einmal jährlich statt und kann bei Bedarf auch von den Mitgliedern einberufen werden. An der Mitgliederversammlung werden nebst aktuellen Themen jeweils der Jahresabschluss sowie das Budget und die Investitionen für das kommende Jahr vorgestellt.

Der Vorstand gewährleistet die statuarischen und gesetzlichen Vereinsgeschäfte, verfolgt das Geschehen und unterstützt die als operative Geschäftsleitung fungierenden Governance-Kreise bei Bedarf oder Notwendigkeit. Der Vorstand steht in engem Austausch mit den Governance-Kreisen. Er vertritt den Verein in der Öffentlichkeit.

Die Mitarbeitenden der IGRF führen das Kulturzentrum bei einheitlichem Grundlohn als agile Kreisorganisation. Darin handelt und entscheidet jeder Kreis auf den ihm zugeschriebenen Aufgaben und Kompetenzen selbständig, aber stets unter Berücksichtigung – oder wenn nötig in Absprache mit – anderen Kreisen.

Zu den Programmkreisen gehören das Fabriktheater, das Konzeptbüro, das Clubbüro sowie das Musikbüro. Zu den Dienstleistungskreisen gehören die Technik, die Administration und die Hauswartung.

Schliesslich obliegt den Governance-Kreisen die operative Geschäftsleitung. Sie teilen sich auf in:

Personalkreis: Gestaltung, Organisation und Überwachung der Personalprozesse für alle Angestellten, selbständigerwerbenden und nichtselbstständigerwerbenden Mitarbeiter:innen im Stundenlohn und in Freiwilligenarbeit der IGRF.

Finanzkreis: Operatives Finanzmanagement & Controlling im Rahmen von externen wie internen Vorgaben.

Leitungskreis: Operative Letzt - Verantwortung für die strukturelle, personelle, finanzielle und programmatische Sicherung und Entwicklung des Betriebs – inklusive Umsetzung der Strategie.

Raumkreis: Regelung, Organisation und Gestaltung der Nutzung von allen der IGRF zustehenden Räumlichkeiten für den Kulturauftrag – mit dem Grundgedanken: Raum als Ressource

Alle Festangestellten der IGRF können sich für eine Stelle in einem Governance-Kreis zur Wahl stellen. Wenn sie vom Plenum (=allen Mitarbeitenden) gewählt werden, so wirken sie für die Dauer von zwei Jahren bis zur nächsten regulären Wahl im entsprechenden Kreis mit. Einzig der Leitungskreis wird vom Vorstand gewählt. Durch diese kollegiale und agile Organisationsstruktur ermöglicht die IGRF eine diversitätssensibles Organisationsführung, in der viele und verschiedene Mitarbeitende an der Führung des Kulturzentrums teilhaben können.


Neben den festangestellten Mitarbeitenden arbeiten im Hintergrund mehr als hundert kulturinteressierte Menschen, die in der Programmgestaltungmitwirken und mit ihrem Engagement die Durchführung der jährlich ca. 300 Veranstaltungen möglich machen.

Der finanzielle Aufwand der IG Rote Fabrik beträgt rund 5 Mio. Franken pro Jahr. Die Stadt subventioniert den Kulturbetrieb jährlich mit knapp 3 Mio. Franken. Weitere finanzielle Mittel lösen sich aus den Mitgliederbeiträgen, den Einnahmen aus den Veranstaltungen, aus Zuwendungen und den Mieteinnahmen.


Personen und Kreise

Vorstand

Kristina Grbesic
Matt Mazerant
Agnieszka Stolz
Nico Sebastian Meyer
Nils Lauper
Samuel Hunziker
Sandro Berteletti

Vorstand kontaktieren

Administration

Corinne Dettwiler (Verantwortliche Diversitätsorientierte Organisationsentwicklung)
Fabian Pompeo (IT-Verantwortlicher)
Céline Mosbacher (Buchhaltung)
Panni Lampros Sarlanis (Lohnbuchhaltung / Personal)
Kay Krohn (Empfang)
Marion Balmer (Finanzverantwortliche)
Lilian Lüthi (Personalverantwortliche)
Natalia Podany (Buchhaltung)

Konzeptbüro

Arzu Hardegger (Co-Leitung)
Salome Messmer (Co-Leitung)
Dasha Byrne (Artists in Residence, AiR)

Musikbüro

Leylah Fra (Co-Leitung)
Thomas Van Daele (Co-Leitung)
Lara Blatter (Kommunikation)

Clubbüro

Katie Omole (Co-Leitung)
Luki Vigniti (Co-Leitung)
Fanny Keller (Koordination CB Lab)

Fabriktheater

Sabina Winkler (Co-Leitung)
Corinne O'Toole (Co-Leitung)
Michel Schröder (Co-Leitung)
Lukas Piccolin (Produktionsleitung)
Janika Imwinkelried (Praktikum)

Technik

Reto Müller (Bühne)
Sam de Mena Fernández (Bühne)
Hannah Dal Cero (Ton)
Rebecca Vonlaufen (Ton)
Patrik Rimann (Licht)
Matyas Bokor (Licht)

Hauswartung

Susana Moya Zarza
Dragana Miric
Luis Baez
Salar Mustafa
Titou Chennouf (Lernende)

Aktuelle Besetzung der Governance-Kreise

Leitungskreis

Leylah Fra
Patrik Rimann
Fanny Keller

Leitungskreis kontaktieren

Personalkreis

Panni Lampros Sarlanis
Salomé Messmer
Corinne Dettwiler
Lilian Lüthi

Personalkreis kontaktieren

Raumkreis

Luki Vigniti
Kay Krohn
Rebecca Vonlaufen

Raumkreis kontaktieren

Finanzkreis

Marion Balmer
Lukas Piccolin
Fabian Pompeo
Thomas Van Daele

Finanzkreis kontaktieren


Mitglied werden

Die IG Rote Fabrik [IGRF] ist ein eingetragener Verein. Der Beitrag beträgt 50 Franken für Einzelmitglieder und 170 Franken für Kollektivmitglieder.

Bei Bedarf kann eine Reduktion des Einzelmitglieds‑Beitrags beantragt werden. Wer Mitglied werden möchte, kann sich an das Administrations‑Team wenden oder das folgende Formular ausfüllen und absenden.

Formular hier


Geschichte

Die Rote Fabrik wurde 1892 nach Plänen des Architekten Carl Arnold Séquin für die Seidenfirma Henneberg erbaut; 1899 erfolgte die Übernahme durch die Seidenwebereien Stünzi Söhne aus Horgen. Das Hauptgebäude wies ursprünglich eine Kuppel auf, die aber optisch schon bald durch das Nebengebäude ihre prägende Wirkung verlor. 1940 wurde das Fabrikgebäude von der ITT-Tochter Standard Telephon & Radio AG übernommen.

Im Jahre 1972 erwarb die Stadt Zürich die Fabrik von der Standard Telephon und Radio AG. Der Kauf des Areal sollte eine Verbreiterung der Seestrasse ermöglichen und Platz für eine Seeuferanlage schaffen. Zwei Jahre später reichte jedoch die Sozialdemokratische Partei Zürich 2 eine Volksinitiative ein, die die Schaffung eines öffentlichen Kultur- und Freizeitzentrums vorschlug. Nachdem eine Kommission des Gemeinderates einen Gegenvorschlag unterbreitet hatte, zog die SP ihre Initiative zurück um die Volkabstimmung vom Jahr 1977 nicht zu gefährden.

Obwohl das Volk dem Gegenvorschlag zustimmte, passierte vorerst wenig in der Roten Fabrik. Einigen Künstlern wurden Ateliers vermietet, zweimal fand die «Thearena» statt; der grösste Teil der Räume stand jedoch über Jahre leer oder diente dem Opernhaus und anderen Betrieben als Lager. Ehemalige Initianten gründeten die «Interessengemeinschaft Rote Fabrik» und forderten, dass die Räume des Traktes A sowie zeitweise auch die Aktionshalle für nicht etablierte Kulturbereiche zur Verfügung gestellt wird. Die Forderungen standen vor dem Hintergrund, dass die Stadt Zürich Millionen für das Opernhaus zur Verfügung stellte, Anliegen der Jugend wie die bei ihnen beliebte Rockmusik jedoch marginalisierte. So äusserte sich der damalige Stadtpräsident Sigi Widmer gegenüber der Presse in dem Sinne, dass Rockmusik keine Kultur und damit auch nicht unterstützungswürdig sein.

Auch andere Gruppen wiesen immer wieder auf Ihr Ziel hin, «Leben in die Tote Fabrik» zu bringen und forderten im Rahmen der Jugendunruhen im Mai 1980 endlich Räume für die «Kulturleichen der Stadt.» Ein knappes halbes Jahr später, nach unzähligen Demonstrationen und der Eröffnung des hart erkämpften Autonomen Jugendzentrum Zürich AJZ, wurde auch die Rote Fabrik für sieben provisorische Betriebsjahre geöffnet, bis im Dezember 1987 die Zürcher Stimmberechtigten der definitiven Nutzung der Fabrik als Kulturzentrum zustimmten.





Kontakt

Adresse:
Seestrasse 395
Postfach 25
8038 Zürich
Bürozeiten:
Di–Do 14–17 Uhr
Sekretariat/Empfang
Kontakt:

Tel 044 485 58 58
Fax 044 485 58 59
info@rotefabrik.ch



Freie Stellen in der Roten Fabrik

Aktuell sind keine Stellen bei uns frei.


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